Glossar
A
Abend.
Der Abend gilt seit jeher neben dem Morgen als Angelpunkt des Tages. Nach vollbrachter Arbeit
kommt der Mensch zur Ruhe, widmet sich der Erholung.
In biblischer Überlieferung gilt der Abend einerseits als Tagesende, andererseits als Beginn
des folgenden Tags und drittens als Übergang:
Aus der Nacht wird der neue Tag geboren (vgl. Schöpfungsbericht Gen 1: "Es wurde Abend,
es wurde Morgen"). Am Abend legt der Mensch sein Tagewerk in Gottes Hände zurück eingedenk
seiner Endlichkeit - der Abend ist Zeit der Heimkehr der Verirrten, der Sammlung (vgl. Mk 1: am Abend
brachte man die Kranken und Besessenen zu Jesus, Mk 4: am Abend legt sich der Sturm auf Jesu
Wort hin). Jesu Übergang vom Tod zum Leben liegt der biblischen Überlieferung nach in der Nacht
(Joh 19,42; 20,1 sowie Mk 15,42ff und par). Auch die Rettung Israels am Schilfmeer ereignete sich
in der Nacht (vgl. Ex 14,20.24ff).
Gemäß jüdischer Überlieferung ist der Vorabend vor Sonntagen und Hochfesten liturgisch bereits der
Beginn des Sonntags bzw. des Hochfestes.
B
Benedictus. (lat. "bene dicere" =
"Gutes sagen, preisen, segnen, danken")
Lateinisches Anfangswort des Lobgesangs des Zacharias (Vater Johannes' des Täufers) aus Lk 1,68-79
bei der Beschneidung Johannes' des Täufers. Es ist eines der drei Cantica aus dem Evangelium
(neben Magnificat und Nunc dimittis). Das Benedictus hat seinen Platz seit vielen Jahrhunderten in
den Laudes am Morgen und bildet ihren Höhepunkt. Zum Benedictus steht man, und man kann
während des Gesangs Weihrauch einlegen sowie Altar, Zelebrant und Gemeinde inzensieren.
C
Canticum. (lat. "canticum" = "Gesang")
Neben den "Preisungen", wie Martin Buber das Buch der Psalmen nennt, die Gesänge Israels
darstellen, kennt die Bibel außerhalb der "Preisungen" noch weitere "Lieder", "Gesänge"; so
zum Beispiel den Gesang des Mose nach dem Durchzug durchs Rote Meer (Ex 15,1 ff.). Diese
weiteren Gesänge haben neben den Psalmen ihren Platz in der Tagzeitenliturgie gefunden.
In den Laudes steht stets an zweiter Stelle ein Canticum aus dem Alten Testament, in der
Vesper steht an dritter Stelle jeweils ein Canticum aus dem Neuen Testament. Auch die drei
Gesänge aus den Evangelien - Magnificat, Benedictus und Nunc dimittis - sind Cantica.
Commune. (lat. "communis" = "allgemein")
Der Begriff bezeichnet gemeinsame (Propriums-)Texte für bestimmte Feiern, die keine eigenen
Propriumstexte haben. Die gegenwärtige Tagzeiten-Liturgie "Liturgia Horarum" sieht Communia
(= Mehrzahl von Commune) für folgende Feste und Gedenkfeiern vor (gerafft):
Kirchweihe
Maria
Apostel
Märtyrer
Hirten der Kirche
Kirchenlehrer
Jungfrauen
heilige Männer und Frauen, einschließlich Ordensleute, Heilige der Nächstenliebe, Erzieher
Verstorbene
D
Dank.
Als grundlos geschaffenes und begrenztes Wesen weiß sich der Christ in der Hand Gottes und
bringt seine Anerkennung Gott gegenüber nicht nur in der Form des Lobes, sondern auch in der Form
des Dankes vor.
E
Eucharistie. (gr. "eucharistein" = "Dank sagen";
vgl. ngr. "evcharisto" = "danke")
In Anlehnung an 1 Kor 11,24 bezeichnet dieses Wort in erster Linie das liturgische Herrenmahl,
im engeren Sinne das eucharistische Brot selbst. Es wird vor allem in der römisch-katholischen
und in der orthodoxen Tradition in diesem Sinn verwendet.
Im weiteren Sinne bezeichnet es eine "Danksagung", zum Beispiel in der Licht-Eucharisie des
Luzernariums, also eine Danksagung für das Licht.
Ergänzungspsalmodie.
Drei Psalmenreihen aus den "Gradualpsalmen" für die mittleren kleinen Horen:
Psalm 120, 121 und 122 für die Terz
Psalm 123, 124 und 125 für die Sext
Psalm 126, 127 und 128 für die Non
Sie wird verwendet, wenn keine eigene Psalmen im Psalterium vorhanden sind (so an Hochfesten,
am österlichen Triduum und während der Osteroktav) oder wenn bereits eine kleine Hore gefeiert
wurde.
F
Feier. (aus lat. "feriae" bzw. "fesiae" =
"Feiertage, Festtage")
Eine dem Alltag enthobene Zeit, in der profane Dinge ruhen und sich besonderen Ereignissen gewidmet
wird. Eine Feier in Gemeinschaft wirkt gemeinschaftsstiftend und folgt in der Regel bestimmten Regeln
(= Rituale). Die Feier lebt von einem gemeinsamen Verständnis des Anlasses und der aktiven Teilnahme
aller Mitfeiernden.
Fest. (lat. "festum" von "fesiae" =
"Feiertage, Festtage")
Ein Anlaß für eine Feier sowie die Feier selbst.
Als Rangordnung der verschiedenen liturgischen Tage die zweithöchste Rangstufe.
G
Gebet.
Mit Worten und / oder Handlungen verbundene Anrede Gottes, im besten Fall ein Dialog des Menschen mit
Gott. Das Gebet bringt vor Gott das Leben zur Sprache in all seinen vielfältigen Ausprägungen: Lob, Dank,
Bitte, Fürbitte, Vertrauen.
Es kann von Körperhaltungen bzw. -bewegungen begleitet werden oder sogar ganz in diesen aufgehen: Tanz,
typische Gebetshaltungen wie Stehen, Arme ausbreiten, Knien, Hände falten, Schreiten, das Auf- und Abneigen
des Kopfes (Judentum). Dadurch soll Wort und Seele in Einklang und in Kontakt mit Gott gebracht werden.
Gedenktag.
Als Rangordnung der verschiedenen liturgischen Tage die dritt- (gebotener Gedenktag) und vierthöchste (nicht
gebotener Gedenktag) Rangstufe. Nur vorgesehen für Heilige.
H
Hochfest.
Als Rangordnung der verschiedenen liturgischen Tage die höchste Rangstufe.
Hore. (lat."hora" = "Stunde")
Gemeint ist ein Zeitabschnitt des Tagzeitengebetes, zum Beispiel die Laudes (matutinae) als Morgenlob.
Hymnus. (gr."hýmnos" = "Tongefüge", feierliches Preislied,
zur Kithara gesungen)
Preisgesang, Lobgesang, meist in gebundener Sprache, Versform.
I
Invitatorium. (lat. "invitare" = "einladen")
Gebetseinladung bzw. -aufforderung zu Beginn des täglichen Tagzeitengebetes; es steht somit vor des Laudes
oder vor der Lesehore - je nachdem, mit welcher Tagzeit man das Tagzeitengebet beginnt. Es besteht aus einem Ruf
zur Eröffnung und dem responsorisch vorgetragenen Invitatoriumspsalm. Der Ruf ist entnommen aus Psalm 51,17:
"Herr, öffne meine Lippen", bei dem der Mund mit einem kleinen Kreuzzeichen versehen wird und der mit
"Damit mein Mund Dein Lob verkünde" beantwortet wird. Darauf folgt die jahreszeitlich geprägte Antiphon,
die zum Gebet einlädt, mit dem Invitatoriumspsalm. Nach alter Tradition ist dies Psalm 95; in der "Liturgia
Horarum" kann auch Psalm 100, 67 oder 24 verwendet werden.
J
Jahreskreis.
Die "Zeit im Jahreskreis" bezeichnet die liturgische Zeit jenseits des Weihnachtsfestkreises
(Advent / Weihnachtszeit) und des Osterfestkreises (Fasten- und Osterzeit), früher auch "allgemeine
Kirchenjahreszeit" bezeichnet.
Diese Zeit umfaßt nominal 34 Wochen und beginnt mit dem Fest der Taufe des Herrn (Sonntag nach
Erscheinung des Herrn), wird ab Aschermittwoch durch den Osterfestkreis unterbrochen und nach
diesem (am Pfingstmontag) wieder aufgenommen und findet Ihren Abschluß am Samstag vor dem 1. Advent.
Am letzten (34.) Sonntag im Jahreskreis wird der Christkönigssonntag gefeiert. Hat ein Jahr nur 33 Wochen,
wird eine Woche ausgelassen und der Jahreskreis ab Pfingstmontag mit der folgenden Woche fortgesetzt.
K
Kommemoration. (lat. "co-memorare" = "mit-gedenken")
Aufgrund der verschiedenen Ränge der liturgischen Tage kann es vorkommen, daß Gedenktage der Heiligen
während geprägter Zeiten einen niedrigeren Rang haben als der liturgische Tag der Zeit. Will man an
diesen Tagen des entsprechenden Heiligen dennoch gedenken, kann man dies im Wege der sogenannten
"Kommemoration" tun.
In Laudes und Vesper fügt man am Ende der abschließenden Oration (dann ohne Schlußformel) die entsprechende
Antiphon zu Benedictus bzw. Magnificat (eigen oder Commune) sowie die Oration des Heiligen (eigen oder
Commune an, mit Schlußformel). In der Lesehore fügt man nach der zweiten Lesung und zugehörigem Responsorium
(Väterlesung) die entsprechende Lesung vom Heiligen mit zugehörigem Responsorium an (hagiographische
Lesung); man schließt mit der Oration des Heiligen. Bei den übrigen Tagzeiten kann nicht kommemoriert werden.
Komplet. (lat. "completum" = "angefüllt, vollendet")
Tagzeitengebet zum Abschluß des Tages. Am Anfang steht nach monastischem Brauch eine
Gewissenserforschung mit Schuldbekenntnis und Vergebungsbitte. Im Mittelpunkt der Komplet steht der
Lobgesang des Simeon, das Nunc dimittis.
Ursptünglich ein privates Gebet, hat es in den Kanon des Tagzeitengebetes Einzug gefunden.
L
Laudes. (lat. "laudes" = "Lobgesänge")
Ihren Namen hat die Laudes aus der alten Bezeichnung des Morgengebetes als "laudes matutinae"
(lat., "morgendliche Lobgesänge"), die das lateinische Stundenbuch ("Liturgia Horarum") immer
noch verwendet. Dabei war der Lobpreis stets im Vordergrund; so hat die Laudes als dritten Psalm
stets einen Lobpsalm, oftmals aus den letzten Psalmen des Psalters (Pss 145 ff.).
Sie sind analog zur Vesper aufgebaut und bildet zusammen mit ihnen die beiden Angelpunkte des Tagzeitengebets.
Auf die Psalmodie (zwei Psalmen, ein Canticum aus dem Alten Testament) folgen Kurzlesung, Responsorium,
Benedictus, Fürbitten, Vaterunser und abschließender Oration mit Segen (und Entlassung).
Lesehore.
Die Lesehore hat ihren Ursprung im nächtlichen monastischen Tagzeitengebet: es ist die liturgische
Nachtwache ("Matutin"). Das II. Vatikanische Konzil hat mit der Neuordnung dieser Tagzeit eine neue
Bedeutung gegeben: sie soll vornehmlich dazu dienen, das Wort Gottes sowie den reichen Schatz der
kirchlichen Literaturüberlieferung zu öffnen. So stehen neben der biblischen vor allem die Lesungen
aus den Schriften der frühen Kirchenväter (sog. Väterlesung), an Heiligengedenktagen auch Schriften
der Heiligen (sog. hagiographische Lesung) im Zentrum. Die Lesehore kann auch heute noch als nächtliche
Feier begangen werden (insbesondere vor Sonntagen und Hochfesten) und kann auch zu einer Vigil
erweitert werden.
Nach Eröffnung und Hymnus folgen Psalmodie, Versikel, Schriftlesung mit Responsorium, Väterlesung oder
hagiographische Lesung mit Responsorium. An Sonntagen und Hochfesten außerhalb der Fastenzeit folgt der
Hymnus Te Deum. Die Hore wird mit der Oration und dem Versikel "Singet Lob und Preis" abgeschlossen.
Wird die Lesehore als erste Tagzeit des Tagzeiten-Liturgie gefeiert, geht ihr statt der Eröffnung das
Invitatorium voraus.
Will man die Lesehore zu einer Vigil erweitern, fügt man nach Väterlesung bzw. hagiographischer Lesung
mit zugehörigem Responsorium drei Cantica aus dem Alten Testment mit den jeweiligen Antiphonen an. Hierauf
folgt eine Lesung aus dem Evangelium und ggf. eine Homilie. Danach wird die Vigil mit dem Te Deum wie oben
beschrieben fortgesetzt.
M
Magnificat. (lat. "magnum facere" = "groß machen,
erheben, preisen")
Lateinisches Anfangswort des Lobgesangs Mariens aus Lk 1,46-55 beim Besuch Elisabeths.
Es ist eines der drei Cantica aus dem Evangelium (neben Benedictus und Nunc dimittis).
Das Magnificat hat seinen Platz seit vielen Jahrhunderten in der Vesper und bildet ihren
Höhepunkt. Zum Magnificat steht man, und man kann während des Gesangs Weihrauch einlegen
sowie Altar, Zelebrant und Gemeinde inzensieren.
Mittlere Hore.
Als "mittlere Hore" wird die Tagzeit bezeichnet, die zwischen den Laudes und der Vesper gefeiert
wird, also Terz, Sext oder Non. Da nach Bestimmung der Allgemeinen Einführung in das Stundengebet (AES)
außerhalb von klösterlichen Gemeinschaften nur eine der drei Horen verpflichtend ist (AES 77), wird
diese eine als "mittlere Hore" bezeichnet.
Das Psalterium bietet für diese "mittlere Hore" eigene Psalmen; werden weitere Tagzeiten gebetet, so
findet die sogenannte "Ergänzungspsalmodie" Anwendung.
N
Nunc dimittis.
Lateinische Anfangsworte des Lobgesangs des Simeon aus Lk 2,29-32 bei der Beschneidung Jesu.
Es ist eines der drei Cantica aus dem Evangelium (neben Benedictus und Magnificat).
Das Benedictus hat seinen Platz im römischen (nicht im monastischen) Tagzeitengebet in der Komplet
und bildet ihren Höhepunkt.
O
Ordinarium. Als Ordinarium bezeichnet man in der Liturgie alle feststehenden, unveränderlichen Teile. Im Stundengebet sind dies zum Beispiel der Eröffnungsversikel "Herr, öffne meine Lippen", das Benedictus in den Laudes oder auch der Vierwochenpsalter. Den Gegensatz bezeichnet man als Proprium.
P
Psalm / Psalmodie. (gr. "psalmos" = "Saitenspiel",
i. w. S. "Lied [zum Saitenspiel]")
Der Psalm ist ein Lied aus dem "Psalter", dem Buch der Psalmen. Martin Buber übersetzt das Buch
treffend mit "Preisungen".
Es bildet seit jeher Grundstock des jüdischen Gottesdienst, und die christlichen Gemeinden haben
dieses Liedgut Israels von Anfang in ihren Gottesdienst übernommen. Immer wieder tauchen in der
Liturgie Psalmen oder Psalmworte auf, auch in den ntl. Schriften werden gerne Psalmzitate angeführt.
Breiten Raum nehmen die Psalmen in der Tagzeitenliturgie ein, hat sie doch ihren Ursprung über das monastische
Gebet im jüdischen Gottesdienst. Dort treten sie meist in einer Dreizahl auf (längere Psalmen werden in Abschnitte
unterteilt und werden dann separat gezählt, so z. B. vor allem Psalm 119). Seinem Ursprung als Lied gemäß ist der
Gesang die vornehmliche Vortragsart des Psalms.
Der Begriff "Psalmodie" bezeichnet den Psalmengesang einschließlich der Antiphonen im Tagzeitengebet.
Proprium. (lat. "proprius" = "eigen")
Proprium bezeichnet im Gegensatz zum Ordinarum die jeweils wechselnden bzw. eigenen
Teile der Liturgie. Im Stundengebet sind dies zum Beispiel Antiphonen, Kurzlesungen, Hymnen.
Eine besondere Form des Propriums sind die sogenannten Commune-Texte, die Propriumstexte
für eine größere Gruppe darstellen.
Q
Quatember. (von lat. "quattuor tempora" = "vier (Jahres-)Zeiten")
Als Quatember(-Wochen) gelten die erste Adventswoche, die erste Fastenwoche, die Woche vor
Pfingsten und die erste Oktoberwoche.
R
Responsorium. (lat. "responsum": "Antwort")
Antwortgesang nach den (Kurz)Lesungen in den Horen. Man unterscheidet im Stundengebet zwei Formen:
a) Responsorium breve ("kurzer Antwortgesang").
Im Prinzip handelt es sich hier um einen verkürzten Antwortpsalm nach dem Schema "R R V R*
Ehre sei dem Vater R": Es wird eine Antiphon vorgetragen, die von allen wiederholt wird.
Daraufhin wird ein Vers vorgetragen, auf den alle mit dem zweiten Teil der Antiphon antworten.
Es folgt der erste Teil des "Ehre sei dem Vater", worauf von allen die Antiphon wiederholt
wird. Das Responsorium breve findet sich in Laudes, Vesper, Komplet sowie in der Lesehore nach den Lesungen.
b) "Versikel" (lat: "versiculum": "kleiner Vers"), d. h. Versus und
Responsum (Zeichen: "V" und "R"). Hierbei handelt es sich um einen Antwortruf nach dem Schema
"V R": Ein Vers wird vorgetragen, auf den alle mit einem Vers antworten. Diese Art Responsorium
findet sich in den kleinen Horen nach den (Kurz-)Lesungen sowie in der Lesehore am Übergang von
der Psalmodie zu den Lesungen. In erweiterter Form findet sich diese Art auch nach den Lesungen
der Lesehore.
S
T
Te Deum.
Nach seinen lateinischen Anfangsworten ("Dich, Gott, [loben wir]") benannter Hymnus, der dem Ambrosius
zugeschrieben wurde (daher "Ambrosianischer Lobgesang"). Neuere Forschungen vermuten in ihm ein altes
Hochgebet für die Osternachtfeier.
Ähnlich wie das "Gloria" besteht er aus einem an den Vater gerichteten und einem an Christus gerichteten Teil
und formell in dreimal siebenstrophige Gruppen gegliedert.
Als Lobgesang hat das Te Deum seinen Platz in der Lesehore der Sonntage, Hochfeste und Feste außerhalb der Fastenzeit.
Schon die
Regel Benedikts (RB 11)
sieht ihn an Sonn- und Festtagen als Morgenhymnus zum Ende der Nachtwache vor.
U
V
Vesper. (lat. "vespera" = "Abend")
Ihren Namen hat die Vesper direkt aus dem lateinischen Wort für "Abend", "vespera", bekommen, die das
lateinische Stundenbuch ("Liturgia Horarum") im Plural "vesperae" verwendet. Es ist die Tagzeit zur
Abendstunde.
Sie ist analog zu den Laudes aufgebaut und bildet zusammen mit ihr die beiden Angelpunkte des Tagzeitengebets.
Auf die Psalmodie (zwei Psalmen, ein Canticum aus dem Neuen Testament) folgen Kurzlesung, Responsorium,
Magnificat, Fürbitten, Vaterunser und abschließender Oration mit Segen (und Entlassung).
Sofern die Vesper in Gemeinschaft gefeiert wird, die Komplet jedoch nicht, wird zum Abschluß der Vesper
die Marianische Antiphon empfohlen.
Sonntage, Hochfeste und Feste des Herrn, die auf einen Sonntag fallen, haben eine 1. Vesper am Vorabend und eine
2. Vesper am eigentlichen Tag.
Vigil. (lat. "vigilia" = "Nachtwache")
Die Vigil entstammt der monastischen Liturgie und ist bereits in der
Regel Benedikts (RB 8)
bezeugt. Sie ist das nächtliche Gebet, daß der Aufforderung "Wachet und betet!" (Mk 14,38 und par) folgt. Im
römischen Brevier hat sie den Namen "Matutin" (eingedeutscht "Mette") erhalten.
In der erneuterten Tagzeiten-Liturgie der "Liturgia Horarum" gibt es auch heute noch die Vigil: sie ist die
erweiterte Lesehore vor Sonntagen, Hochfesten und Festen.
Augustinus spricht in Bezug auf die Osternachtfeier als der Mutter aller Vigilien. Auch Weihnachten kennen wir
eine solche Vigil, die jedoch vielerorts durch die Messfeier verdrängt wurde.
In der Regel entfällt dann die Komplet (so bei der Oster- und Weihnachtsvigil).
W
X
Y
Z
zeitgerechte Feier.
Aufgrund der strengen "Brevierpflicht" für Kleriker, die das Auslassen einer Hore oder gar Nicht-Rezitation
des Breviergebets als schwere Schuld deklarierten, wurde das Breviergebet in Sinne eines zu leistenden
"Gebetspensums" oftmals komprimiert erledigt (etwa am Abend für den laufenden und den folgenden Tag
oder während einer Messe, die nicht selbst zelebriert wurde). Dabei stand also nicht der Zeitansatz
des Tagzeitengebet im Vordergrund, sondern die übernommene Gebetspflicht im Vordergrund.
Dem gegenüber legt die nachkonziliare Stundenliturgie wieder Wert auf die zeitgerechte Feier der
Tagzeiten (sog. "veritas horae", vgl. AES 11 und 29). Während die Lesehore ihrem Charakter nicht auf
eine bestimmte Zeit festgelegt ist (im Chor, d. h. im monastischen Gebet, soll der nächtliche Charakter
beibehalten werden), haben Laudes und Vesper ihren Sitz am Morgen (ca. 7 - 8 Uhr) und Abend (18 - 19 Uhr),
die kleinen Horen über den Tag zur dritten (ca. 9 - 10 Uhr), sechsten (ca. 12 - 13 Uhr) und neuten (ca.
15 - 16 Uhr) Tagesstunde, die Komplet vor der Nachtruhe (ca. 21 - 22 Uhr) ihren Platz.