Das Projekt
Offensichtlich haben Sie sich gefragt, wie man auf eine solche Idee zu diesem Internetauftritt kommt. Eigentlich ist das ganz einfach: Auf der Suche im Internet nach den (deutschen) Texten des Stundenbuches stieß ich leider auf kein Ergebnis. Auch als CD-Ausgabe sind die Texte nicht erhältlich. Eine Anfrage beim Verlag Herder ergab, daß eine digitale Ausgabe des Stundenbuches auch nicht geplant ist (Stand Sommer 2006).
Wer aber häufig auf Reisen ist, kennt das Problem, daß das große Stundenbuch weder handlich noch leicht in der Reisetasche liegt. Wohingegen das Notebook häufig genug mit dabei ist. Was liegt da also näher, als die Texte auf dem Notebook bzw. im Internet zu bereitzuhalten. Für PDA-Besitzer wäre natürlich auch eine PDA-Version erstrebenswert. Da ich selbst aber keinen PDA besitze, fällt diese Lösung zunächst flach. Grundsätzlich sollte aber die (X)HTML-Version des Stundenbuches auch zukünftig auf einem PDA laufen können.
Bei der Recherche stieß ich jedoch bereits auf digitale Versionen in italienisch und polnisch (jeweils für den PDA); auch eine englischsprachige Seite bietet die täglichen Stundenbuch-Texte bereits an (siehe Linksammlung).
Mindestens in Deutschland ist es nicht ganz so einfach mit Texten, die man nicht selber erstellt hat. Bei Verwendung fremder Texte ist das Urheberrechtsgesetz zu beachten, wonach grundsätzlich sämtliche Rechte, also auch die der Veröffentlichung, dem Autor bzw. dem Rechteinhaber zustehen. Für die liturgischen Texte nimmt diese Rechte die "Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet" des Verbandes der Diözesen Deutschlands KöR wahr.
Um eine juristische Inanspruchnahme durch die Rechteinhaber von vornherein zu vermeiden, habe ich mich an diese Kommission gewandt. Die Antwort war jedoch niederschmetternd: einer nicht-kommerziellen Veröffentlichung wurde die Zustimmung verweigert (Stand Sommer 2006). Gründe hierfür lagen gemäß einem Telefonat mit dem zuständigen Referenten wohl auch nicht in einer vertraglichen Bindung mit einem der Verlage, die bislang die liturgischen Bücher veröffentlichen.
Im Schreiben des Verbandes der Diözesen Deutschlands KöR vom 02.08.2006 heißt es:
"Sehr geehrter Herr Schulte,
[...] Derzeit ist eine Online-Version des Stundenbuchs nicht geplant, so dass wie einer Veröffentlichung nicht zustimmen können. Sollten entsprechende Überlegungen aktuell werden, werden wir unaufgefordert Kontakt mit Ihnen aufnehmen. [...]
Mit freundlichen Grüßen
[...]"
Wahrscheinlich werden Sie wie ich eine solche Entscheidung nicht nachvollziehen können, zumal es in der Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium" (Abk. "SC") des II. Vatikanischen Konzils heißt:
"100. [...] Auch den Laien wird empfohlen, das Stundengebet zu verrichten, sei es mit den Priestern, sei es unter sich oder auch jeder einzelne allein."
Die Allgemeine Einführung in das Stundengebet (Abk. "AES") greift den Wunsch der Konzilsväter auf:
"21. [...] Auch andere Gruppen von Gläubigen sollen womöglich die Haupttagzeiten gemeinsam in der Kirche feiern - vor allem die Pfarreien, denn sie sind gleichsam die Zellen der Diözese, da sie unter einem Seelsorger, der den Bischof vertritt, örtlich zusammengefasst sind: 'sie stellen auf gewisse Weise die über den ganzen Erdkreis hin verbreitete sichtbare Kirche dar'."
"27. Auch Laienkreise, die zum Gebet, zum Apostolat oder aus einem anderen Grund wo auch immer zusammenkommen, sind eingeladen, den Dienst der Kirche zu erfüllen und einen Teil des Stundengebetes zu feiern. Sie sollen lernen, vornehmlich durch die Feier der Liturgie Gott den Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten; sie sollen wissen, dass sie durch den öffentlichen Gottesdienst und durch ihr Gebet allen Menschen nahe kommen und nicht wenig zum Heil der ganzen Welt beitragen können. Es empfiehlt sich, dass auch die Familie gleichsam als Hauskirche nicht nur gemeinsam betet, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch Teile des Stundengebets verrichtet und sich damit inniger der Kirche eingliedert."
Die Entscheidung, eine Online-Veröffentlichung hier nicht zuzulassen, steht teilweise nicht im Einklang mit dem offiziellen kirchlichen Wunsch, und verweist damit auf die Printausgaben, die nur kostenpflichtig erhältlich sind. Pfiffige Köpfe finden jedoch bei ebay die ein oder andere preiswerte gebrauchte Ausgabe. Damit wird weiterhin − zum Vorteil der Meßfeier (deren Texte online verfügbar sind) − die Tagzeitenliturgie stiefmütterlich behandelt.
Da die entsprechende Genehmigung für die Online-Veröffentlichung derzeit noch aussteht, sei an dieser Stelle der vorläufige Entwicklungsplan des Projektes - außer dem Stundenbuch selbst - wiedergegeben:
Der Ausbau wird sukzessive - je nach Freizeit - voranschreiten. Derzeit plane ich, daß alle Seiten jenseits des Stundenbuches selbst - bis Ende des Jahres 2009 in einer Rohversion verfügbar sind.
Da es sich um ein privates, nicht-kommerzielles Projekt handelt, das ich in meiner Freizeit entwickle, kann hier nur eine begrenzte Zeit einfließen. Desweiteren fließt hier nur begrenztes Know-How ein. Damit dieses Projekt lebendig wird, ist es auf die Mitwirkung der Nutzer angewiesen.
Wie können also Sie - als Nutzer - bei diesem Projekt mithelfen? Da gibt es mehrere Möglichkeiten:
Wenn Sie also wollen, nehmen Sie Kontakt mit mir auf.
Schon jetzt möchte ich Ihnen für Ihren Besuch ein recht herzliches "Vergelts Gott!" sagen.
Ihr Bernd Schulte